Jahrelang waren native B2B-Funktionen auf Shopify an ein Shopify-Plus-Abo geknüpft. Wer Unternehmensprofile, individuelle Kataloge oder Zahlungsziele direkt im Shop nutzen wollte, musste upgraden. Das ändert sich jetzt.
Am 2. April 2026 hat Shopify angekündigt, seine grundlegenden B2B-Funktionen auf Händler der Pläne Basic, Grow und Advanced auszuweiten, ohne Aufpreis. Das ist eine der bedeutendsten Plattformerweiterungen, die Shopify für Nicht-Plus-Händler in den letzten Jahren vorgenommen hat.
Was sich konkret ändert
Bisher hatten Händler auf Standard-Shopify-Plänen keine native Möglichkeit, Großhandel und DTC aus demselben Admin heraus zu verwalten. Die Workarounds waren aufwendig: separate Storefronts, Drittanbieter-Apps, manuelle Preisanpassungen und Bestellungen, die per E-Mail oder Telefon statt über Self-Serve-Checkout abgewickelt wurden.
Mit diesem Update erhalten Nicht-Plus-Händler Zugang zu einem Funktionsset, das auf Shopify Plus über fast vier Jahre hinweg entwickelt und verfeinert wurde:
- Unternehmensprofile: dedizierte Accounts für Großhandelskäufer mit eigenem Login, individueller Preisgestaltung und Bestellhistorie
- Bis zu drei individuelle Kataloge: maßgeschneiderte Preise und Produktauswahl für verschiedene Großhandelskunden
- Mengenrabatte und Bestellregeln: integrierte Preislogik ohne zusätzliche App
- Gespeicherte Kreditkarten: Großhandelskäufer können Zahlungsmethoden für Folgebestellungen hinterlegen
- Zahlungsziele: Net 30, Net 60 oder andere Konditionen direkt im Checkout anbieten
Entscheidend: Diese Funktionen sind nahtlos in die Tools integriert, die Händler bereits nutzen, Shopify Flow, Markets und Shopify Payments funktionieren nun für B2B und DTC gleichzeitig aus einem einzigen Admin heraus.
Was Shopify Plus weiterhin bietet
Für Händler mit komplexeren B2B-Strukturen bietet Shopify Plus weiterhin den vollen Funktionsumfang:
- Unbegrenzte Kataloge für hochgradig individuelle, kundespezifische Preisgestaltung
- Direkte Katalogazuweisung an einzelne Unternehmen und Standorte
- Teilzahlungen und Anzahlungen beim Checkout
- Vollständiger Zugang zu allen aktuellen und zukünftigen B2B-Funktionen beim Launch
Der Wechsel zwischen den Plänen ist nahtlos, kein Replatforming erforderlich, wenn das Geschäft in den Plus-Bereich wächst.
Warum das wichtig ist: Die B2B-Chance ist größer als die meisten Händler denken
Der globale B2B-E-Commerce-Markt wird auf 36 Billionen US-Dollar geschätzt und wächst weiter. Für die meisten Shopify-Händler zeigt sich dieses Potenzial in vertrauten Momenten, ein Einzelhändler fragt nach Großhandelspreisen, ein Kunde möchte in größeren Mengen kaufen, eine Messe eröffnet einen neuen Vertriebskanal.
Die Daten von Händlern, die Shopify B2B bereits nutzen, zeigen, was möglich ist, wenn die richtige Infrastruktur vorhanden ist:
- Bis zu 4,1-fache Steigerung der Nachbestellhäufigkeit im Vergleich zu DTC-Bestellungen
- Bis zu 33 % mehr Self-Serve-Bestellungen innerhalb der ersten sechs Monate
- Bis zu 20 % höhere Nachbestellrate insgesamt
DAX Eyewear ist ein gutes Beispiel. Als die Gründer Channing und Justin Dyson die Marke launchten, war Großhandel nicht Teil des Plans. Eine einzige Messe änderte das, und B2B wurde schnell zum Wachstumsmotor des Unternehmens. Ohne native Tools schlichen sich jedoch Fehler ein: Großhandelskäufer sahen manchmal die Einzelhandelspreise und bestellten gar nicht erst.
„Wenn man den Daten nicht vertrauen kann, kann man keine guten Entscheidungen treffen", sagt Justin.
Nach dem Wechsel zu Shopify B2B konnten Käufer sich einloggen und selbst bestellen, keine Workarounds mehr, keine Preisverwirrung. „Es wäre enorm hilfreich gewesen, wenn es einfach native B2B-Funktionen auf einem regulären Plan gegeben hätte", sagt Justin.
Die wahren Kosten unverbundener Tools
Vor diesem Update waren die einzigen Optionen für Nicht-Plus-Händler, die Großhandel betreiben wollten, teuer, fehleranfällig oder beides:
- Teile des Shops hinter einem Passwort oder Login-Redirect sperren
- Großhandelspreise über eine separate App oder Tabellenkalkulation verwalten
- B2B-Bestellungen manuell per E-Mail oder Telefon abwickeln
- Zwei separate Shopify-Stores betreiben, einen für DTC, einen für Großhandel
Jeder dieser Ansätze erzeugt Reibung: doppelter Verwaltungsaufwand, Daten an mehreren Stellen und Käufer, die nicht selbst bestellen können. Snyder Performance Engineering, ein Hersteller von Automobilteilen, hat das direkt erlebt. Früher erforderte jede B2B-Bestellung einen Anruf oder eine E-Mail, was die Anzahl der Accounts, die sie bearbeiten konnten, hart begrenzte.
Nach dem Wechsel zu nativem Shopify B2B konnten Großhandelskunden Produkte durchsuchen, ihre Preise einsehen und erstmals eigenständig bestellen. Bestellungen synchronisierten sich automatisch mit den Back-Office-Systemen.
„Wenn jemand eine Bestellung aufgibt, kann sie buchstäblich innerhalb von wenigen Minuten verpackt und versandt werden", sagt Amy Snyder. „Das ist im Großhandel ein großer Unterschied."
Das Ergebnis: 25 % weniger Zeitaufwand für Back-Office-Aufgaben und 40 % höhere durchschnittliche Kundenausgaben.
Für wen ist das Update jetzt relevant
Dieses Update ist vor allem für drei Händlertypen sofort relevant:
- DTC-Händler, die bereits Großhandelsanfragen erhalten: wenn Käufer bereits nachfragen, stehen jetzt native Tools zur Verfügung, um sie ohne Plan-Upgrade professionell zu bedienen
- Händler, die B2B über Workarounds abwickeln: Custom Apps, gesperrte Seiten, manuelle Preispflege, jetzt ist der richtige Moment, auf ein sauberes natives Setup umzustellen
- Händler, die Shopify evaluieren und bisher davon ausgegangen sind, dass B2B Plus erfordert, diese Annahme gilt nicht mehr
So startest du
Shopify B2B wird jetzt auf alle Pläne ausgerollt. Der Einstieg gelingt so:
- Im Shopify Admin → Kunden → Unternehmen das erste Unternehmensprofil anlegen
- Unter Produkte → Kataloge einen individuellen Katalog mit Großhandelspreisen erstellen
- Zahlungsziele auf Unternehmensebene in den Profil-Einstellungen konfigurieren
- B2B-Login aktivieren, damit Großhandelskäufer auf ihr Konto zugreifen und selbst bestellen können
Wer von einer bestehenden Workaround-Lösung migriert, einer Drittanbieter-App, einem separaten Store oder manuellen Prozessen, sollte vor dem Umstieg prüfen, was vorhanden ist, damit Preise, Kundendaten und Bestellhistorie sauber übertragen werden.
Fazit: Eine Plattform für alles
Shopifys B2B-Erweiterung auf alle Pläne ist nicht nur ein Feature-Update, es ist ein Signal dafür, wohin sich die Plattform entwickelt. Die künstliche Trennung zwischen B2B- und DTC-Commerce verschwindet, und Händler, die beides aus einer einheitlichen Plattform heraus betreiben, werden einen klaren operativen Vorteil haben.
Wenn Großhandel bereits Teil des Geschäfts ist, oder eine Chance, die bisher aufgeschoben wurde, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, es ordentlich aufzusetzen.
Mehr dazu direkt bei Shopify: Shopify bringt native B2B-Funktionen für Millionen von Händlern →